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Almwirtschaft und Biodiversität
Die Erhaltung der Vielfalt der Almen ist im Naturpark Riedingtal von hoher Priorität. Der botanische Reichtum wird durch das Nebeneinander von kalk- und zentralalpinen Untergrundgesteinen an den unterschiedlichen Standorten noch erhöht. Im Riedingtal findet man neben einer Vielzahl an besonders gefährdeter Pflanzenarten der Roten Liste, auch ein äußerst vielfältige Tierwelt. Ziel ist es, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung auch positiv auf die ökonomische Situation der Almen Einfluss nehmen sollte. Der Almwirtschaft fällt im Riedingtal als Erhalter und Gestalter des Lebensraumes eine besondere Bedeutung zu. Der Großteil der landwirtschaftlichen Betriebe im Riedingtal arbeitet nach wie vor im Hautperwerb. Viele Almen im Riedingtal liegen im Übergang vom Wald zu höher gelegenen alpinen Bereichen. Hier kann sich ein Gebiet einer sehr mannigfaltigen Alpenflora entwickeln. Blumen die in manchen Gegenden nur mehr sehr selten vorkommen, finden wir hier in großen Mengen. Aus Sicht des Landschaftsbildes ist das Freihalten von Weideflächen ein wichtiges Ziel bei der künftigen Landschaftsentwicklung. Unter dem Verlust von Almweiden leidet auch die biologische Vielfalt, das Landschaftsbild, der Erosionsschutz und nicht zuletzt auch Leben und Kultur im ländlichen Raum. Der Beweidung kommt auch heute noch ein hoher Stellenwert in der Almpflege zu, die auch ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft ist. Würden Almen und Steilhänge nicht mehr regelmäßig gemäht und beweidet, käme es zu einer Verbuschung der offenen Wiesenflächen. Neben dem hohen ästhetischen Wert, den die Erhaltung der traditionellen alpinen Kulturlandschaft hat, würde die Aufgabe der Almen zu einer Veränderung der Tier- u. Pflanzenwelt führen.
Die mulifunktionale Almwirtschaft erfüllt somit nicht nur eine landwirtschaftliche, sondern auch eine ökologische Funktion, eine Schutzfunktion und eine soziokulturelle Funktion.
Naturschutzfachliches Bewirtschaftungskonzept
Bei der Erstellung des Almbewirtschaftungsplanes, umgesetzt vom Umweltbüro Klagenfurt, wurden die zur Zeit nicht bewirtschafteten Hoch- Almflächen flächendeckend erhoben. Im Zuge mehrerer Begehungen wurden alle potentiellen Weideflächen der Hochalm in Hinblick auf Weidequalität, aktuelle und geplante Bewirtschaftung, almwirtschaftliche Maßnahmen und naturschutzfachlichen Wert erhoben. Die einzelnen Flächen wurden sodann in einem Luftbild verortet und digital ausgewertet. Ziel der vorliegenden Studie ist ein aus almwirtschaftlicher Sicht sinnvoller, naturschutzfachlicher orientierter Vorschlag für das Weitemanagement im Gebiet. Das untersuchte Projektgebiet im Nahbereich der Franz-Fischer-Hütte liegt auf einer Seehöhe zwischen 1800 und 2200. Das kartierte Gebiet hat eine Gesamtfläche von ca. 135 ha. Die Alm wurde bis 1961 mit Milchkühen beweidet, bis 2001 weideten in den Bereichen um den Ilgsee auch noch Schafe und Pferde, danach ist die Alm brach gefallen. Reitgräser und Zwergsträucher haben an Dominanz gewonnen. Einige der steilen Flächen sind mit Hochgrasfluren bewachsen, welche deutliche Blaikenbildungen zeigen. Für die Teilflächen wurden die im Almbewirtschaftungsplan angeführten Parameter erhoben und berechnet.Vergetationstypen ausgewiesen und Strukturtypen anhand ihrer Vergetationsstruktur definiert.
Weitere Infos zum Thema
Abgeschlossene Projekte
INFORMATIVES IN DER SÄULE
BILDUNG UND FORSCHUNG
FORSCHUNG
Die Kooperation zwischen Zederhaus und der Universität Salzburg stärkt dauerhaft Wissenschaft und Forschung und fördert die nachhaltige Entwicklung der Region.
ABGESCHLOSSENE PROJEKTE
Mehrere Forschungsprojekte wurde in Vergangenheit in Kooperation mit der Universität Salzburg durchgeführt, darunter auch verschiedene Buchprojekte.
LAUFENDE PROJEKTE
Der Fachbereich Umwelt und Biodiversität forscht und lehrt auch auf der Seppalm im Naturpark Riedingtal, und vertieft dort seit 2023 durch eine Kooperation vielfältige naturwissenschaftliche und didaktische Themen.
NATURPARKHAUS
Das Naturparkzentrum auf der Schliereralm dient als zentrale Anlaufstelle für Besucher und Grundbesitzer, bietet Raum für Vorträge, Seminare, Ausstellungen und Projekte und ist ein wichtiger Informations- und Begegnungsort im Riedingtal.
NATURPARKSCHULE
Durch die enge Zusammenarbeit mit der Naturpark-Volksschule Zederhaus und weiteren Bildungsangeboten wird der Naturparkgedanke bereits Kindern und Jugendlichen vermittelt und über die Region hinausgetragen.
KURSE UND EXKURSIONEN
Insbesonders für Wissbegierige Naturliebhaber finden im Naturpark Riedingtal regelmäßig zahlreiche Exkursionen und Schullandtage sowie Veranstaltungen statt.
WISSENSCHAFTLICHE ARBEITEN
Die einmalige Region, das Klima und der besondere Lebensraum im Naturpark Riedingtal bieten genügend Material für wissenschaftliche Arbeiten.
INTERAKTIVE KARTE
Entedecke den Naturpark Riedingtal in der interaktiven Karte -ein Informationswerkzeug zur ganzheitlichen Darstellung des Biosphärenparks Lungau. Die Karte wird laufend ergänzt und um weitere Themen erweitert.
Die vier Säulen des Naturparks Riedingtal
Neben der langfristig nachhaltigen Entwicklung des Gebietes (Schutz), der Erholungsmöglichkeit für die Bevölkerung (Erholung), der regionalwirtschaftlichen Impulssetzung (Regionalentwicklung), ist die natur- u. kulturbezogene Wissensvermittlung (Bildung) eine wichtige Säule des Naturparks Riedingtal in Zederhaus im Salzburger Lungau.
NATUR UND KULTUR
Der Naturpark Riedingtal besticht durch seine unberührten Gipfelregionen, artenreiche Flora und Fauna sowie die harmonische Verbindung von alpiner Naturlandschaft und traditioneller Kulturlandschaft mit charakteristischen Almen. Ziel ist es, diese vielfältige und über Jahrhunderte gewachsene Landschaft durch nachhaltige Nutzung zu erhalten und erlebbar zu machen.
BILDUNG UND FORSCHUNG
Der Naturpark Riedingtal verbindet Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung, indem er Natur und Kultur durch interaktive Angebote erlebbar macht. In Kooperation mit der Universität Salzburg und lokalen Akteuren entsteht so eine Modellregion, in der Wissenschaft und praktisches Wissen gemeinsam zu nachhaltiger Entwicklung beitragen.
ERHOLUNG UND ERLEBEN
Der Naturpark Riedingtal setzt auf nachhaltigen Tourismus mit einem zonierten Konzept aus Info-, Erlebnis- und Naturzone, das Bildung, Erholung und Naturerlebnis verbindet. Wanderwege, Themenpfade und ein Naturparkzentrum ermöglichen Besucher*innen aller Altersgruppen einen naturnahen Zugang zur vielfältigen Landschaft, Tierwelt und Kultur des Tals.
REGIONALENTWICKLUNG
Der Erhaltungs- und Gestaltungsplan sichert eine naturverträgliche Entwicklung des Naturparks Riedingtal und berücksichtigt dabei die Interessen von Grundeigentümern, Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz. Durch regionale Projekte, Bildungsangebote und gelebte Volkskultur mit traditionellem Almleben wird der Naturpark zu einem wertvollen Erholungs- und Erlebnisraum für Einheimische und Gäste.