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Geologie im Naturpark Riedingtal
Im Riedingtal treffen zwei tektonische Einheiten aufeinander: das nördlich gelegene Unterostalpin der Radstädter Tauern und die südlich angrenzende Nordrahmenzone des Tauernfensters mit unterostalpinen Schollen. Im äußersten Südwesten reicht zudem die periphere Schieferhülle der Zederhausschuppe in das Gebiet des Naturparks hinein.
Weitere Infos zum Thema
Geologie
- Unterostalpin
- Nordrahmenzone
- Periphere Schieferhülle
- Glaziale Überformung
- Mineralien & Erze
UNTEROSTALPIN
Ein Großteil der nördlichen Talseite im Riedingtal liegt in der unterostalpinen Zone. Die schroffen Formen und steilen Wände der kalkalpinen Bereiche, heben sich deutlich von der Schieferhülle der Hohen Tauern ab. Die markanten Verwitte-rungserscheinungen (Dolinen, Karst,...) beleben das Landschaftsbild auf ein-drucksvolle Weise.
GESTEINSARTEN DES UNTEROSTALPINS
Wettersteindolomit, Dolomitmarmor: Mosermandl, Rothorn, Wildkarhöhe
Kalkmarmor, Mergelschiefer: Bereich Zaunerkar, Franz-Fischer-Hütte
Lantschfeldquarzit: Bereich Esserseen
NORDRAHMENZONE DES TAUERNFENSTERS
Die Nordrahmenzone des Tauernfensters ist vergleichsweise inhomogen aufgebaut und mit dem Unterostalpin stark verschuppt. Besonders häufig tritt der Wechsel zwischen penninischen und unterostalpinen Schollen im Bereich der Weißgrubenscharte auf. Eine klare, scharfe Grenzziehung zwischen den beiden tektonischen Einheiten ist nicht möglich. Innerhalb der Nordrahmenzone dominieren weiche Schiefer und Phyllitte. Aufgrund ihres morphologischen Aufbaus sind diese Gesteinsarten besonders erosionsanfällig. Markant treten die kalkalpinen Schollen der Riedingspitze und des Weißecks hervor.
GESTEINSARTEN DER NORDRAHMENZONE:
Phyllit, Quarzschiefer: Bereich Jakoberalm, Schöpfing, Haselloch, Jägerspitze
Dolomitmarmor und Wettersteindolomit: Riedingspitze, Weißeckmassiv
GLAZIALE ÜBERFORMUNG
Das geomorphologische Erscheinungsbild des Riedingtals wurde wesentlich durch die glaziale Überformung in den Eiszeiten mitbestimmt. Die Gletscher reichten bis in eine Höhe von über 2000 Meter hinauf und hatten eine Mächtigkeit bis 1000 Meter. Die Eismassen im Zederhaustal hingen mit den Nachbartälern zusammen. Die gewaltige Kraft der Gletscher bearbeitete und formte die Landschaft.
Im hinteren Riedingtal erkennt man deutlich das durch den Gletscher geformte Trogtal (U-Form). In den höheren Regionen bildeten die Eismassen Kare und ho-belten die Scharten zu den Nachbartälern aus.
INTERESSANTES IN DER SÄULE
NATUR UND KULTUR
NATURPARK RIEDINGTAL
Der Naturpark Riedingtal liegt in der Gemeinde Zederhaus im Salzburger Lungau und umfasst rund 26 km² inmitten beeindruckender Gebirgslandschaft mit einer alpinen Kulturlandschaft aus Almen, Wäldern und Bergwiesen.
GEOLOGIE
Im Riedingtal treffen verschiedene geologische Zonen aufeinander, darunter Dolomit-, Marmor- und Schiefergesteine. Die eiszeitlich geformte Landschaft ist reich an Mineralien wie Flussspat und Bergkristallen.
FAUNA
Das Riedingtal bietet Lebensraum für viele Wildtiere wie Murmeltiere, Gämse, Steinadler und seltene Vogelarten wie Bartgeier und Mauerläufer. In alpinen Gewässern laichen Amphibien wie Grasfrosch und Bergmolch und über 300 Schmetterlingsarten wurden im Gebiet nachgewiesen.
FLORA
Der Naturpark bietet eine vielfältige, teils geschützte Pflanzenwelt. Blütenreiche Almen und alte Heilpflanzen prägen das Tal, besonders zur Zeit der Zederhauser Prangstangen.
JAGD
Im Riedingtal lebt ein starker Rotwildbestand, der in den schwer zugänglichen Hangbereichen wichtige Rückzugsräume findet. Neben Gams- und Rehwild sind auch Murmeltiere, Hasen und seltene Vogelarten wie Auer- und Birkhuhn heimisch.
KLIMA
Der Lungau weist ein alpin-kontinentales Klima mit eher geringen Niederschlagsmengen auf, wobei etwa ein Viertel als Schnee fällt. Die Winter sind streng mit durchschnittlich vier Monaten Schneebedeckung, und der August ist der niederschlagsreichste Monat.
GEWÄSSER
Das Riedingtal ist geprägt von naturnahen Bächen wie dem Vorderen und Hinteren Riedingbach sowie zahlreichen kleineren Zuflüssen und über 40 natürlichen Seen und Tümpeln. Diese Gewässer sind ökologisch bedeutsam und bieten wichtigen Lebensraum für Amphibien wie Grasfrosch und Bergmolch.
NATURPARKFLÄCHEN
Das Natura 2000-Gebiet im hinteren Riedingtal schützt gefährdete Lebensräume und Arten gemäß EU-Richtlinien. Eingriffe sind dort grundsätzlich verboten oder nur mit behördlicher Bewilligung erlaubt, um den europaweiten Schutzstandard zu gewährleisten.
Die vier Säulen des Naturparks Riedingtal
Neben der langfristig nachhaltigen Entwicklung des Gebietes (Schutz), der Erholungsmöglichkeit für die Bevölkerung (Erholung), der regionalwirtschaftlichen Impulssetzung (Regionalentwicklung), ist die natur- u. kulturbezogene Wissensvermittlung (Bildung) eine wichtige Säule des Naturparks Riedingtal in Zederhaus im Salzburger Lungau.
NATUR UND KULTUR
Der Naturpark Riedingtal besticht durch seine unberührten Gipfelregionen, artenreiche Flora und Fauna sowie die harmonische Verbindung von alpiner Naturlandschaft und traditioneller Kulturlandschaft mit charakteristischen Almen. Ziel ist es, diese vielfältige und über Jahrhunderte gewachsene Landschaft durch nachhaltige Nutzung zu erhalten und erlebbar zu machen.
BILDUNG UND FORSCHUNG
Der Naturpark Riedingtal verbindet Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung, indem er Natur und Kultur durch interaktive Angebote erlebbar macht. In Kooperation mit der Universität Salzburg und lokalen Akteuren entsteht so eine Modellregion, in der Wissenschaft und praktisches Wissen gemeinsam zu nachhaltiger Entwicklung beitragen.
ERHOLUNG UND ERLEBEN
Der Naturpark Riedingtal setzt auf nachhaltigen Tourismus mit einem zonierten Konzept aus Info-, Erlebnis- und Naturzone, das Bildung, Erholung und Naturerlebnis verbindet. Wanderwege, Themenpfade und ein Naturparkzentrum ermöglichen Besucher*innen aller Altersgruppen einen naturnahen Zugang zur vielfältigen Landschaft, Tierwelt und Kultur des Tals.
REGIONALENTWICKLUNG
Der Erhaltungs- und Gestaltungsplan sichert eine naturverträgliche Entwicklung des Naturparks Riedingtal und berücksichtigt dabei die Interessen von Grundeigentümern, Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz. Durch regionale Projekte, Bildungsangebote und gelebte Volkskultur mit traditionellem Almleben wird der Naturpark zu einem wertvollen Erholungs- und Erlebnisraum für Einheimische und Gäste.