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Die Landnahme durch den Menschen
Wie einzelnen Funde bestätigen geht die Anwesenheit von Menschen im Lungau bis in die jüngere Steinzeit zurück. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. gehörte der Lungau zum keltischen Königreich Norikum, welches um 50 n. Chr. zu einer Rö-mischen Provinz wurde. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts wurde der Lungau von Osten her von den Slawen besiedelt.
Die Hochtäler des oberen Murtales und Zederhaustales dürften wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts besiedelt und kultiviert worden sein. Die Erschließung des Riedingtals ist eng an die Grundherrschaft geknüpft. Die Grundherren stellten den Siedlern Land und Vieh zur Verfügung. Als Gegenleistung mussten die Bauern dem Grundherren Abgaben und unbezahlte Leistungen zur Verfügung stellen.
Schon seit altersher spielte die Almwirtschaft in Zederhaus eine große Rolle. Der große Viehbestand in Zederhaus benötigte viel Futter und Vorräte für den Winter. Da der enge Talboden nur wenig Platz für Wiesen und Weiden bot, mussten die Bauern das Heu auf Bergmähdern gewinnen und das Vieh auf die Almen treiben.
Damals wie heute war die Zeit des Almauftriebs eng mit der lokalen Wettersituation verknüpft. Der stufenweise Auftrieb von der Niederalm auf die Hochalm half das oft karge Futterangebot bestmöglich zu nutzen.
Aus dem Leben der Bauern:
- Bergmahd: Für die Gewinnung von Bergheu als wichtigen Wintervorrat für das Vieh wurden möglichst viele “Bergmahdleute“ mobilisiert. Das gemähte Gras wurde zu Scheiben zusammengeheut und getrocknet. Da nicht genügend Schupfen zur Verfügung standen wurde das Heu zu birnenförmigen „Tristen“ zusammengetragen.
- Heuziehen: Im Winter wurde das „Bräut´l“ (geformte Heufuhre) unter großen Anstrengungen ins Tal gebracht. Graßgarb`n und Schnoat`n: Zur Streugewinnung für den Stall wurden Äste noch stehender Fichten abgehackt. Der „Schnoata“ stieg mit speziellen Steigeisen auf die entsprechenden Bäume und schlug mit einer Axt die Zweige/Äste ab. Der „Graßgarber-Jodler“ verkündete die vollbrachte Arbeit.
- Sammeln: Die Menschen von damals verstanden noch die natürlichen Ressourcen der Natur bestmöglich zu nutzen: Beeren, Kräuter, Flechten und sogar Knochen wurden zu nutzbringenden Substanzen weiterverarbeitet.
Weitere Infos zum Thema
Geologie
INTERESSANTES IN DER SÄULE
NATUR UND KULTUR
NATURPARK RIEDINGTAL
Der Naturpark Riedingtal liegt in der Gemeinde Zederhaus im Salzburger Lungau und umfasst rund 26 km² inmitten beeindruckender Gebirgslandschaft mit einer alpinen Kulturlandschaft aus Almen, Wäldern und Bergwiesen.
GEOLOGIE
Im Riedingtal treffen verschiedene geologische Zonen aufeinander, darunter Dolomit-, Marmor- und Schiefergesteine. Die eiszeitlich geformte Landschaft ist reich an Mineralien wie Flussspat und Bergkristallen.
FAUNA
Das Riedingtal bietet Lebensraum für viele Wildtiere wie Murmeltiere, Gämse, Steinadler und seltene Vogelarten wie Bartgeier und Mauerläufer. In alpinen Gewässern laichen Amphibien wie Grasfrosch und Bergmolch und über 300 Schmetterlingsarten wurden im Gebiet nachgewiesen.
FLORA
Der Naturpark bietet eine vielfältige, teils geschützte Pflanzenwelt. Blütenreiche Almen und alte Heilpflanzen prägen das Tal, besonders zur Zeit der Zederhauser Prangstangen.
JAGD
Im Riedingtal lebt ein starker Rotwildbestand, der in den schwer zugänglichen Hangbereichen wichtige Rückzugsräume findet. Neben Gams- und Rehwild sind auch Murmeltiere, Hasen und seltene Vogelarten wie Auer- und Birkhuhn heimisch.
KLIMA
Der Lungau weist ein alpin-kontinentales Klima mit eher geringen Niederschlagsmengen auf, wobei etwa ein Viertel als Schnee fällt. Die Winter sind streng mit durchschnittlich vier Monaten Schneebedeckung, und der August ist der niederschlagsreichste Monat.
GEWÄSSER
Das Riedingtal ist geprägt von naturnahen Bächen wie dem Vorderen und Hinteren Riedingbach sowie zahlreichen kleineren Zuflüssen und über 40 natürlichen Seen und Tümpeln. Diese Gewässer sind ökologisch bedeutsam und bieten wichtigen Lebensraum für Amphibien wie Grasfrosch und Bergmolch.
NATURPARKFLÄCHEN
Das Natura 2000-Gebiet im hinteren Riedingtal schützt gefährdete Lebensräume und Arten gemäß EU-Richtlinien. Eingriffe sind dort grundsätzlich verboten oder nur mit behördlicher Bewilligung erlaubt, um den europaweiten Schutzstandard zu gewährleisten.
Die vier Säulen des Naturparks Riedingtal
Neben der langfristig nachhaltigen Entwicklung des Gebietes (Schutz), der Erholungsmöglichkeit für die Bevölkerung (Erholung), der regionalwirtschaftlichen Impulssetzung (Regionalentwicklung), ist die natur- u. kulturbezogene Wissensvermittlung (Bildung) eine wichtige Säule des Naturparks Riedingtal in Zederhaus im Salzburger Lungau.
NATUR UND KULTUR
Der Naturpark Riedingtal besticht durch seine unberührten Gipfelregionen, artenreiche Flora und Fauna sowie die harmonische Verbindung von alpiner Naturlandschaft und traditioneller Kulturlandschaft mit charakteristischen Almen. Ziel ist es, diese vielfältige und über Jahrhunderte gewachsene Landschaft durch nachhaltige Nutzung zu erhalten und erlebbar zu machen.
BILDUNG UND FORSCHUNG
Der Naturpark Riedingtal verbindet Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung, indem er Natur und Kultur durch interaktive Angebote erlebbar macht. In Kooperation mit der Universität Salzburg und lokalen Akteuren entsteht so eine Modellregion, in der Wissenschaft und praktisches Wissen gemeinsam zu nachhaltiger Entwicklung beitragen.
ERHOLUNG UND ERLEBEN
Der Naturpark Riedingtal setzt auf nachhaltigen Tourismus mit einem zonierten Konzept aus Info-, Erlebnis- und Naturzone, das Bildung, Erholung und Naturerlebnis verbindet. Wanderwege, Themenpfade und ein Naturparkzentrum ermöglichen Besucher*innen aller Altersgruppen einen naturnahen Zugang zur vielfältigen Landschaft, Tierwelt und Kultur des Tals.
REGIONALENTWICKLUNG
Der Erhaltungs- und Gestaltungsplan sichert eine naturverträgliche Entwicklung des Naturparks Riedingtal und berücksichtigt dabei die Interessen von Grundeigentümern, Tourismus, Landwirtschaft und Naturschutz. Durch regionale Projekte, Bildungsangebote und gelebte Volkskultur mit traditionellem Almleben wird der Naturpark zu einem wertvollen Erholungs- und Erlebnisraum für Einheimische und Gäste.